Antworten auf Fragen zum Theologiestudium in Luzern

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Chance Kirchenberufe stellt Interessierten in unregelmässigen Abständen die Institute vor, an denen die Ausbildung zu kirchlichen Berufen erfolgt. Heute schreibt Dr. Karin Nordström, Studienleiterin «Bachelor Theologie im Fernstudium», über den letzten Infoabend zum Theologiestudium an der Universität Luzern.

Es ist sieben Uhr morgens, ein freundlicher Junimorgen und ich steige in den Zug zur Arbeit. Erst in 15 Stunden werde ich hier wieder aussteigen, denn heute ist mein Arbeitstag etwas länger als gewöhnlich. Heute ist Infoabend der Theologischen Fakultät und ich werde Studieninteressierte treffen, die sich für ein Theologiestudium interessieren und auf die Uni Luzern aufmerksam geworden sind. An der Uni drucke ich mir als erstes die Anmeldeliste aus. Da stehen Namen, die für mich noch ohne Gesichter, ohne Stimmen, ohne Geschichten sind. Wo befinden sie sich wohl in diesem Moment? Was wird sie diesen Tag beschäftigen? Freuen sie sich auf den heutigen Abend und mit welchen Fragen kommen sie an die Uni? Die Vorfreude auf die Begegnungen färbt meinen Tag.

Wir haben einen jener Hörsäle mit bester Sicht auf das KKL und eine Ecke des Sees. Ein Aquarell in Pastelltönen im Abendlicht. Nachdem Beamer und Lautsprecher getestet sind, nehmen die Namen der Anmeldeliste für mich nach und nach Form an. Die Teilnehmenden haben zum Teil eine lange Anreise hinter sich, aus Brig oder dem Toggenburg. Vor mir sitzen unter anderem zwei Juristen, eine Lehrerin, eine Psychologin, ein Ökonom, ein Geschäftsleiter. Einige haben Kinder, jemand ist frisch pensioniert, jemand anders gerade um die Welt gereist.  Während die einen schon fest entschlossen sind, ein Theologiestudium zu beginnen, ist es für andere erst eine vage Idee, die noch reifen muss. Und wie immer fasziniert mich die Vielfalt der Wege, die Menschen zu uns an die Theologische Fakultät führen. Schon jetzt freue ich mich auf das Mosaik an Wissen, welches erfahrungsgemäss auch in meinem Seminar in Ethik die Referate und die Diskussionen bereichern wird.

Ich fühle mich dieser vielförmigen Kompetenz und Erfahrung gegenüber demütig. Zugleich empfinde ich es als Privileg, diesen Personen das Theologiestudium schmackhaft zu machen. Bei der Beschreibung der Vielfalt der Fächer und Perspektiven, welche sich im Theologiestudium vereinen, werde ich meiner eigenen, ersten Begegnung mit den Fragestellungen der Theologie gewahr. Schliesslich war die Theologie auch einmal meine Wahl. Bei weitem nicht so gut informiert wie meine heutigen Gäste in Luzern, liess ich mich damals vor vielen Jahren auf eine spontane Einladung eines Kollegen ein, mit ihm eine Vorlesung zu besuchen. Im Hörsaal der Theologen ging es zunächst in die Welt des Alten Testaments. Es war eine fremde Welt, doch sie hat viele Spuren in der heutigen Gesellschaft hinterlassen. Eine Neugier erfasste mich und liess mich nicht mehr los. Meine Wahl der Theologie war kein sehr wohlüberlegter Schritt, eher ein Nachgeben gegenüber einem geweckten Interesse. Sie hat mir seither viel geboten, die Theologie, und ich rede mich dafür am heutigen Abend gerne warm.

Wir bearbeiten viele Fragen an diesem Infoabend: Wie lernt man die alten Sprachen und wie bereitet man sich auf das Studium vor? Was ist ein Haupt-Nebenfachstudium? Was beinhalten die verschiedenen Fächer? Wieviel Zeitaufwand ist mit dem Studium verbunden? Welche beruflichen Möglichkeiten gibt es nach dem Theologiestudium und wie sieht der Weg in kirchliche Berufe aus? Was ist möglich im Fernstudium? Inhaltliche und formale Fragen lösen einander ab. Die Vor- und Nachteile sowie Herausforderungen der beiden angebotenen Studienmodi, Präsenz- und Fernstudium, werden beleuchtet, ebenso wie die Fragen, ob es eine Mensa gibt, welche bisherigen Studienleistungen hier anrechenbar sind und wie die Prüfungen ablaufen. Mit der Zeit brummen uns die Köpfe und wir lassen den Abend bei einem gemeinsamen Apéro in der Seebar ausklingen. Nach und nach fahren die Züge der Teilnehmenden und wir wünschen einander gute Heimreise. Hoffentlich bis bald schon wieder...

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