Es ist noch nie ein Master vom Himmel gefallen

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Semesterferien. 9 Uhr morgens. Die Bibliothek ist bis auf den letzten Platz besetzt. Also fast. Denn ich hab mich mit meinen schätzungsweise 20 supertheologischen Büchern über drei Tische ausgebreitet. Dazu mein Laptop, der so laut dröhnt, als wäre ein alter Hürlimann-Traktor im Anmarsch. Ob ich deshalb keine Tischnachbarn habe? Ich sitze jedenfalls vor meinem Word-Dokument, mit Fachbegriffen jonglierend, und versuche irgendwie den Überblick über die vielen Zitate und Verweise in der Literatur zu gewinnen. Wie war das nun schon wieder? Egal, einfach mal drauf losschreiben, der Sinn ergibt sich dann schon irgendwie...

Vor zwei oder drei Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich mal die Motivation aufbringen könnte, eine fast 100-seitige Masterarbeit in Kirchenrecht zu verfassen. Vor dieser Vorstellung graute mir. Nun sitze ich da und es fühlt sich gar nicht so schlecht an. Und selbst in einer solch intensiven Phase bleibt noch Zeit für ausgedehnte Pausen und Geselligkeit.

Plötzlich setzt sich ein Freund neben meinen Stapel Bücher und grinst mich an – die Konzentration ist weg. Vielleicht gut so! Jetzt ist Zeit, kurz frische Luft zu schnappen. Dass dann fast zwei Stunden daraus wurden, konnte ich ja nicht wissen. Der Kaffee schmeckte gut und das Gespräch war spannend.

Müsste es anders sein? Ich finde nicht. Nicht nur in Hörsälen und zwischen Buchdeckeln findet ein Theologiestudium statt, sondern vielmehr im ganz normalen Alltag. Natürlich ist so ein Masterstudium kein Ponyhof. Aber mal ehrlich: Was will man schon mit Ponys, wenn man nach der Meisterprüfung mit Pferden ins Weite reiten kann?!

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