Machen lassen

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In regelmässigen Abständen präsentieren wir Impressionen und Einblicke aus dem Studium und sehen die spannenden Erfahrungen, die jungen Menschen in der Ausbildung zu einem Kirchenberuf machen. Heute zeigt uns Oliver Füglister, Religionspädagogik-Student aus Luzern, wie er eine neue Unterrichtsform ausprobiert:

Endlich wieder unterrichten. Nach dem ich im Rahmen meiner studienbegleitenden Praxisstelle die ersten vier Blockstunden geleitet hatte, war ich nicht ganz zufrieden mit meinem eher «schulischen» Unterricht.

Deshalb habe ich mich für einen freieren Unterrichtsstil entschieden. Wie das funktioniert, will ich anhand einer Stunde mit 7.-Klässlern aufzeigen. Das Thema dieser Blockstunde war der «Besessene von Gerasa» (Markus 5,1-20), eine Geschichte, die auch für mein eigenes Glaubens(er)leben sehr wichtig ist.

Zum Einstieg in den Stoff haben wir eine Bibel-Teilete gemacht - und ich war erstaunt, wie gross die Bereitschaft für Stille und Nachdenken war! Die anschliessende szenische Verarbeitung der Geschichte hat allen viel Spass gemacht und weitere wichtige Aspekte der Geschichte zum Vorschein gebracht. Die Schülerinnen und Schülern haben sich, je länger die Stunde andauerte, desto stärker engagiert.

In der Nachbesprechung mit meinem Betreuer hatte ich einen neuen Input zu verarbeiten. Er hat mich in diesem «Experiment» unterstützt, aber hinzugefügt, dass es noch stärker um ein «Machenlassen» gehen sollte: die Schüler sollen selbst Initiative entwickeln und den Stoff unter «Begleitung» er- und verarbeiten.

So weit bin ich sicher noch nicht, aber ich glaube, mit dem sowohl spielerischen als auch meditativen Ansatz eine Form des Unterrichts gefunden zu haben, die mir (und auch den Schülerinnen und Schülern!) deutlich besser zusagt als der wissens-zentrierte herkömmliche Unterricht.

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