Mich fasziniert die grosse Vielfalt des Studiums

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Wieso wählt man einen Kirchenberuf? Was bewegt einen dazu, Theologie zu studieren?

In einer kurzen Serie rücken wir die persönliche Motivation ins Zentrum und erfahren, warum man sich für einen Kirchenberuf entscheidet. Heute erzählt uns Marco Baumgartner von seinen Beweggründen. Er hat in Luzern Theologie studiert und arbeitet heute als Jugendseelsorger in der Pfarrei St. Martin in Buochs:

«In meiner Jugendzeit hatte ich eher eine kritische Distanz zur Kirche und konnte es mir eigentlich nicht vorstellen, später einmal für diese Institution zu arbeiten. Als ich mich aber für ein geisteswissenschaftliches Studium interessierte und mich intensiv mit den verschiedenen Studiengängen befasste, habe ich gemerkt, wie vielfältig ein Theologiestudium ist. Es deckt eine grosse Breite an sehr interessanten Bereichen ab. Das geht von Psychologie und Politikwissenschaft über Geschichte bis hin zu sprachlichen Disziplinen und Philosophie. Speziell interessiert habe ich mich immer für die Ethik und für Fragen des Zusammenlebens. Weil auch dieses Thema vertieft analysiert wird, habe ich mich für das Theologiestudium entschieden.

Unterdessen weiss ich, dass es nicht nur eine thematische Vielfalt gibt, sondern auch eine grosse Spannweite auf der Zeitachse. Man lernt viel über die Geschichte und die Vergangenheit. Aber auch die Fragen und Herausforderungen der heutigen Zeit haben einen grossen Stellenwert und werden eingehend diskutiert. Man bespricht vielleicht am Vormittag einen Text aus der Antike und debattiert am Nachmittag über den Nahost-Konflikt. Diese grosse zeitliche und thematische Breite finde ich sehr faszinierend und enorm bereichernd.

Während dem Studium kam eine Kirchgemeinde auf mich zu und bot mir eine Stelle als Jugendseelsorger an. Das brachte mich etwas ins Grübeln. Doch nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, das Angebot anzunehmen. Der Beruf gefällt mir so gut, dass ich ihn bis heute mit grosser Freude ausübe. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe.»

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