«Pack es an» – das Motto des Ranfttreffen gilt auch für mich persönlich

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Das Ranfttreffen ist seit 40 Jahren der grösste kirchliche Jugendanlass der Deutschschweiz. Organisiert wird es von Jungwacht Blauring Schweiz. Seit 2010 sind auch Familien dazu eingeladen. Am Ranfttreffen 2016 nahmen rund 1`400 Personen teil. Die Hauptleiterin dieses Grossanlasses ist Esther Burri. In unserem Blog erzählt sie von ihren Eindrücken und ihren persönlichen Erfahrungen.

«pack es an» war das Thema vom Ranfttreffen 2016 – «pack es an» gilt auch für mich und meinen Glauben.

Aufgewachsen bin ich in einer mittelgrossen Pfarrei im Kanton Thurgau. Meine Mutter engagierte sich in der Kirchenpflege und schickte mich in den Blauring. Schnell liess ich mich davon aber begeistern. Am Sonntagmorgen besuchten wir als Familie zusammen den Gottesdienst, zwischendurch war ich auch als Ministrantin engagiert. Die Kirche war für mich schon immer eine lebendige Sache.

Die Juseso Thurgau und der Blauring Präses liessen mich dann den Glauben «erleben». Gemeinsam haben wir sie angepackt; die Fragen, die einem als Jugendliche bewegen. Ich begann zu unterscheiden zwischen «Glauben an Gott» und der Institution katholische Kirche.

Es war wohl im Jahr 1992, als ich dem Ranfttreffen erstmals begegnete. Das spirituelle Erlebnis packte mich und lässt mich seither nicht mehr los. In der Ranftschlucht spüre ich sie immer, die lebendige Kirche. Diese Energie und die Menschen, denen ich begegne, inspirierten mich wohl auch dazu, in der Kirche zu arbeiten. Ganz im Sinne von «Kirche mitgestalten, damit wir uns gegenseitig weiterentwickeln» anstatt «mich von der Institution abzuwenden».

Während dem Sozialpädagogik-Studium und im Alltag der Pfarreiarbeit – sei dies im Firmkurs, im Jugendtreff oder bei der aufsuchenden Jugendarbeit – lernte ich, mit Jugendlichen über «Glauben» zu reden. Ganz wichtig war und ist für mich, dass Gott nicht mir alleine gehört. Dass ich für die Beziehung zu ihm Mitmenschen und die Natur um mich brauche. Und, dass es durchaus auch Zeiten geben darf, an denen gezweifelt wird.

«pack es an» versteht sich auch als «lass dich anpacken». Meine Vorbilder von damals sind teilweise auch heute noch in der Kirche tätig. Mittlerweile bin ich – als Angestellte von Jungwacht Blauring Schweiz – wohl selbst Vorbild und zu einem «Gesicht der Kirche» geworden.

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