Wie fördert man Kreativität?

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In regelmässigen Abständen präsentieren wir Impressionen und Einblicke aus dem Studium. So nehmen wir via Blog Anteil an den spannenden Erfahrungen, die junge Menschen in der Ausbildung zu einem Kirchenberuf machen. Heute schreibt Oliver Füglister, Religionspädagogik-Student in Luzern, über Kreativität im Unterricht.

Ein Montag vor zwei Wochen. Das Semester hat wieder begonnen, und ich sehe nach der langen vorlesungsfreien Zeit meine Kommilitoninnen und Kommilitonen wieder. Ein grosses Hallo und Ausfragen beginnt. Erfahrungen aus der Praxisstelle werden ausgetauscht, von Erstkommunion-Vorbereitungen über Firmwege und ganz «einfache» Reli-Stunden für Oberstüfler. Eine Kollegin hat ihre Oberstufenklasse die Zehn Gebote anhand von zehn kleinen Schaufensterpuppen darstellen lassen.

An diesem Tag leitet uns Eva Maria Pfaffen an. Sie will uns bekannt machen mit einfachen, aber effektiven Verarbeitungsformen, die der Entfaltung von Kreativität und Ideen auf die Sprünge helfen sollen. Einige von uns zaubern innert kürzester Zeit kleinere und überraschende Kunstwerke herbei; andere sind eher frustriert oder werden gar nicht erst inspiriert von den Impulsen der Dozentin.

Ähnlich ergeht es uns werdenden Religionspädagogen im Unterricht, im Firm- oder Erstkommunion-Weg ja häufig: Wie befruchte ich meine Schülerinnen und Schüler so, dass sie selbsttätig und begeistert etwas Neues, etwas Befreiendes entdecken und formen?

Wie schwierig diese Befreiung von vorgefassten Ideen ist, erfahre ich am eigenen Leib: Sehr schnell habe ich konkrete Vorstellungen von dem, was ich machen will; da sind dann alle «befreienden» Impulse vergebene Liebesmüh. Zuerst beschäftige ich mich mit dem modernen Mann und konstruiere eine Collage dazu. Im Anschluss versuche ich das berühmte Wellen-Bild von Hokusai mit Papier in 3D nachzubilden.

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