Als Notfallseelsorger Hilfe und Unterstützung bieten

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Auf chance-kirchenberufe.ch geben wir regelmässig Einblick in konkrete Berufswelten. Hier berichtet Dr. Rudolf Vögele, Leiter Ressort Pastoral im Generalvikariat Zürich-Glarus, über die vielfältige Tätigkeit als Notfallseelsorger.

Seelsorger*innen können sich im Laufe der Zeit spezialisieren. Eines meiner Spezialgebiete ist die Notfallseelsorge. Zum einen bin ich von katholischer Seite im Leitungsteam der ökumenischen Notfallseelsorge Zürich, zum anderen habe ich selbst die Ausbildung hierfür absolviert und bin seit 2011 schon mehrfach im Einsatz gewesen.

Notfallseelsorger*innen werden von der Einsatzleitzentrale zu akuten dramatischen Situationen gerufen. In der Regel sind sogenannte Hinterbliebene, unmittelbar Betroffene, Augenzeugen von einem Verkehrsunfall, Kindstod, Suizid o.ä. zu betreuen. Diese sind meistens seelisch verletzt, aus der Bahn geworfen, hilf- und orientierungslos. Im Trubel der vielen Blaulichtorganisationen kann ihnen eine Hilfe sein, dass eine Person nur für sie da ist, einen geschützten Raum organisiert, als Gesprächspartner*in zur Verfügung steht, aber auch das Schweigen und die Tränen mit aushält.

Zertifizierung als Care-Profi

Primäre Aufgabe der Notfallseelsorge ist es, in der traumatischen Situation wieder einen Realitätsbezug herzustellen, soziale Netze zu knüpfen, Perspektiven erkennbar zu machen und in die Alltagsbewältigung zurückzuführen. Um dies zu erreichen, wird man im sogenannten Safer-Modell ausgebildet und als Care-Profi zertifiziert.

Oft genug höre ich respektvolle Worte über solch ein Engagement. Für mich selbst ist es «Seelsorge pur» – in erster Linie habe ich einen kirchlichen Beruf gewählt, weil ich Seelsorger sein wollte.