Chance Kirchenberufe auf Italienisch

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Fast 40 Interessierte aus unterschiedlichen italienischen Gemeinden der Schweiz finden an einem Freitagabend im November den Weg ins Centrum 66 der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. Am Info-Abend nehmen sie teil, weil sie sich für kirchliche Berufe interessieren.

In seiner Begrüssung weist Pfarrer Luis Varandas, Vertreter der Migrantenseelsorge des Synodalrats, darauf hin, er sei früher Elektromechaniker gewesen. Er sei also auch einer jener Quereinsteiger, auf welche die Kampagne Chancenberufe immer wieder hinweise.

Damit nicht genug: Don Carlo de Stasio, Pfarrer in der Pfarrei San Francesco in Winterthur, outet sich in seiner auf Italienisch gehaltenen Einleitung als ehemaliger Psychotherapeut. Er hofft, der Abend öffne dem einen oder anderen neue berufliche Perspektiven in der Kirche.

Thomas Leist, Pfarreibeauftragter in Herrliberg und Projektleiter von Chance Kirchenberufe, weist auf einen anderen Punkt hin, der ihn mit seinen Vorrednern verbindet: die Migration. Er ist aus dem nördlichen Nachbarland eingewandert. Damit schlägt er die Brücke dazu, dass Chance Kirchenberufe in der diesjährigen Kampagne und auch 2019 die vielen Tausend Mitglieder der anderssprachigen Gemeinschaften in der Schweiz in den Fokus rückt.

Viel mehr Berufsbilder als gemeinhin bekannt

In seiner kurzweiligen Präsentation zeigt Thomas Leist auf, dass die Kirche viel mehr Berufsbilder zu bieten hat als gemeinhin bekannt. Er unterscheidet drei Kategorien von Berufen:

  • Externe: Nicht in der Kirche ausgebildete Berufsleute, welche die Kirche gerne in ihren Dienst aufnimmt. Dazu zählen die Angestellten auf den Pfarreisekretariaten, Sozialarbeitende, in der Jugendarbeit tätige oder Kirchenmusiker und -musikerinnen. Dazu führt die Kirche keine oder kaum Ausbildungen.
  • Die zweite Gruppe sind alle mit einem Theologiestudium; der Priester oder Diakon, die Pastoralassistentin, der Religionspädagoge.
  • Und schliesslich der Sakristan oder die Frauen und Männer, die in der Katechese tätig sind.

Abgerundet wird der Info-Abend von Sonja Lofaro, Religionspädagogin in Thun und ein Gesicht der diesjährigen Kampagne von Chance Kirchenberufe. Sie erzählt davon, wie sie nach dem KV vor der Frage stand, was sie wirklich glücklich macht. Sie schnupperte hier und dort im Sozialbereich, aber es fehlte ihr immer etwas. «Es war einfach okay, mehr nicht», erklärt sie den Zuhörenden. Eher per Zufall kam sie dann auf das Religionspädagogische Institut (RPI) der Theologischen Fakultät der Universität Luzern und fand dort das richtige für ihren weiteren Berufsweg. Mit den Jugendlichen und Kindern verbindet sie heute einerseits tolle Erlebnisse in der Gemeinschaft. Aber was ihr besonders gefällt, ist die Möglichkeit, mit ihnen auch über ihren Glauben zu sprechen.