Unentschieden?
Bist du unsicher, ob ein Beruf in der Kirche das Richtige für dich ist? Willkommen im Club! Zweifel ist der Schlüssel zum Wissen und die Grundlage für ein echtes Engagement. Hier ein Kurzcheck, Fragen und Antworten sowie 7 Gute Gründe, die dir vielleicht weiterhelfen.
Bevor du entscheiden kannst, welcher Beruf für dich passt, stellst du dir am besten ein paar Fragen: Was ist mir wichtig? Was kann ich? Was will ich im Beruf bewirken? Wenn du dich besser verstehst, kannst du auch leichter entdecken, was du werden willst. Hast du dir die folgenden Fragen auch schon gestellt?
Was heisst eigentlich «gläubig»? Du erhältst die Chance, dich mit deinen Wertvorstellungen und deinem ganz persönlichen Glauben auseinanderzusetzen. Das Studium der Theologie unterstützt dich dabei mit Wissen – Wissen, das vielleicht hilft, den eigenen Glauben zu vertiefen und zu objektivieren.
Nein, unter bestimmten Voraussetzungen kannst du ein Theologiestudium als Quereinsteiger auch ohne Matura beginnen. Zudem gibt es in der Kirche viele weitere Tätigkeiten, für die es keine Matura braucht. Wir stellen auch diese Berufe auf dieser Website vor.
Gewisse kirchliche Berufe setzen die bischöfliche Sendung (Missio canonica) voraus. Dazu zählen Religionspädagoginnen und -pädagogen, Pastoralassistentinnen und -assistenten, Diakone und Priester. Ist deine Lebensform mit der geltenden Lehre der Kirche nicht vereinbar – dazu zählen eine gelebte Homosexualität oder eine Wiederverheiratung –, wird die Missio canonica nicht erteilt. Alle anderen Berufe kennen keine Bestimmungen zur Lebensform.
Frauen spielen eine tragende Rolle in vielen Berufen der katholischen Kirche. Priester oder Diakon können zwar nach wie vor nur Männer werden, aber alle anderen hier vorgestellten Berufe stehen beiden Geschlechtern offen. Als Pfarreibeauftragte oder Gemeindeleiterin hat man zum Beispiel auch als Frau die Möglichkeit, Verantwortung für eine ganze Pfarrei zu übernehmen.
Die Theologie beschäftigt sich zuerst einmal mit dem christlichen Glauben und der christlichen Tradition. Dazu gehört auch die Klärung der Beziehung zu anderen Religionen. Grundsätzlich geht der katholische Glaube davon aus, dass alle Religionen Anteil an der einen Wahrheit im Heiligen Geist haben und es deshalb auch immer etwas Verbindendes gibt. Den ökumenischen und den interreligiösen Dialog erachten wir als zentral.
Ja, Theologie ist eine Wissenschaft. Die Auslegung biblischer Texte basiert auf denselben Theorien, die auch in den Literaturwissenschaften angewendet werden. Die praktische Theologie arbeitet mit psychologischen und soziologischen Methoden.
Schön wäre es! Wäre sie nämlich «out» (sprich: draussen), statt «in» (nämlich in den Kirchen) – dann wären die Antworten der Theologie auch draussen in der Gesellschaft. Theologie bleibt aktuell, weil sie sich mit der Existenz des einzelnen Menschen, mit Ethik und anderen Themen der Gesellschaft auseinandersetzt. Was heisst Verantwortung angesichts der weltweiten Unterschiede zwischen Arm und Reich? Was heisst menschlicher Tod in der High-Tech-Medizin?
Für ein Theologiestudium Latein, Griechisch und Hebräisch. Die brauchst du, um die fremdsprachigen Texte studieren zu können, die fürs Studium wichtig sind. Es geht aber nicht darum, die Sprachen perfekt zu beherrschen, du musst sie nur einsetzen zu können. Alle drei Sprachen kannst du durch Kurse an der Uni lernen, falls du nicht schon Kenntnisse mitbringst.
Das schadet nichts! Theologie ist ein äusserst spannendes und vielseitiges Studium. Es bringt dich auf jeden Fall weiter und lässt dich so manches verstehen, worüber Menschen seit je nachdenken und diskutieren. Du wirst neue Welten entdecken! Ein Theologiestudium ist daher nie verlorene Zeit, auch wenn du nie weisst, wohin dich der Weg führt.
Es ist in jedem Kanton anders geregelt, welche Ausbildungen und Ausbildungsorte für Stipendien anerkannt sind. Die kantonalen Stipendienstellen geben dir darüber Auskunft. Für kirchliche Stipendien wendest du dich an die Regenten. Dort erhältst du aber in der Regel nur kleinere Zuschüsse, keine Gesamtfinanzierung.
Die Nähe zu anderen Menschen ist in kirchlichen Berufen besonders wichtig: Die Arbeit als Seelsorgerin oder Seelsorger setzt voraus, dass man sich den Mitmenschen öffnet, ihnen zuhört, sie berät, mit ihnen lacht, sie tröstet. Umso wichtiger ist aber auch, dass man seine Grenzen kennt und sie auch ganz klar zieht. Die katholische Kirche akzeptiert weder sexuellen Missbrauch noch Pädophilie und engagiert sich deshalb intensiv in der Präventionsarbeit. Zu lange wurde bei Übergriffen in den eigenen Reihen weggeschaut, wurden Opfer zu wenig ernst genommen. Wir tragen Mitverantwortung, dass das nicht mehr passiert – gerade auch als Arbeitgeberin.
Noch immer unentschlossen?
Kirchliche Berufe sind mehr als ein Job. Für jeden braucht es andere Fähigkeiten. Aber eines haben alle gemeinsam: Mit deiner Arbeit gibst du dem Glauben ein persönliches Gesicht. Dieses Engagement will gut überlegt sein. Ist das auch für dich etwas? Hier 7 gute Gründe für das Arbeiten in der Kirche.













